Elektromagnetische Verträglichkeit – ein aktuelles Querschnittsthema

 

Elektronische Bauelemente und elektrische Komponenten finden sich in immer mehr Produkten, die Technologie durchdringt unseren Alltag. Damit dafür gesorgt ist, dass alle unsere Geräte wie gewünscht funktionieren, ist es unerlässlich, dass sie sich nicht gegenseitig stören und beeinflussen. Bekannt sind vielen die beinahe rhythmischen Störtöne aus dem Radiolautsprecher, die vor einigen Jahren noch dem Empfang einer Kurznachricht auf dem Mobiltelefon vorausgingen.

Doch nicht nur die Funktechnologie sendet derartige Signale aus, elektromagnetische Felder entstehen überall dort, wo Stromfließt. Daher ist die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), also die Unempfindlichkeit gegen Störungen und die Sicherheit, dass ein Gerät keine Störungen aussendet, heute ein Kernbestandteil in vielen Bereichen der Produktentwicklung. Entsprechende Prüfungen sind notwendig, um einem Produkt das CE-Zeichen verleihen zu dürfen.

 

In der Mikroelektronik kommt es durch die fortschreitende Miniaturisierung zu immer geringeren Abständen zwischen Bauteilen und Leiterbahnen. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich benachbarte Komponenten stören, immer höher. Die hocheffizienten DC/DC-Wandler auf Platinen arbeiten mit immer schnelleren Schaltvorgängen und sorgen so für hochfrequente Abstrahlung selbst wenn kein Funkmodul verbaut ist.

 

Aber auch im Bereich der Leistungselektronik sorgen neue Technologien für Herausforderungen im EMV-Bereich. Über Ladestationen für Elektrofahrzeuge werden große Ströme transportiert, teilweise induktiv und ohne die Notwendigkeit, ein Kabel zu Verbinden. Die hohen Stromstärken sorgen für hohe Feldstärken, die wiederum andere Geräte m Fahrzeug und der Umgebung stören können.

 

Tests und Prüfungen wie die, die zur CE-Zertifizierung erforderlich sind, benötigen aufwendige Laborausstattungen. Die definierte Störung eines Gerätes und die Messung seiner Abstrahlung sind nur in speziell abgeschirmten Kammern möglich, in denen Umgebungseiflüsse ausgeschlossen werden können. Charakteristisch sind hierfür die großflächig angebrachten pyramidenförmigen Absorberstrukturen an den Wänden. Die Messung wird von außerhalb durchgeführt und überwacht.

 

Die elektromagnetische Verträglichkeit ist also ein Querschnittsthema, das viele Branchen betrifft. Überall ist es notwendig, elektronische Geräte und elektrische Installationen gegen ungewollte Beeinflussung abzusichern, frei nach dem Motto:

Bitte nicht stören!

 

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Sönke Hüls
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